Old Man of Storr

Old Man of Storr – der stoische Wächter des Storrgebirges

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Old Man of Storr beschreibt nicht etwa einen alten, sagenumwobenen Mann, sondern eine 48 Meter hohe Felsnadel auf der schottischen Insel Syke und dort wiederum auf der Halbinsel Trotternish. Die zu den auf der Innenseite befindlichen Hybriden gehörende Felsnadel ist zehn Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Portee zu finden.

Wer sich näher mit der Geografie und Geschichte Schottlands befasst, dem begegnen vielfach Sagen und sagenumwobene Gestalten mit außergewöhnlichen Namen. Diese Namen wurden häufig als Paten für geografische Regionen, Berge, Flüsse und Städte herangezogen.

Old Man of Storr ist da keine Ausnahme. Wer allerdings mit der altnordischen Sprache vertraut ist, weiß, dass der Name Storr mit groß und bedeutend zu übersetzen ist. Auch wenn diese nadelförmige Felsformation gerade einmal 48 Meter in die Höhe ragt, prägt sie dennoch die Landschaft und sticht aus der Umgebung deutlich heraus.

Der größte Teil der Halbinsel Trotternish besteht aus brüchigem Basaltgestein, das seinerseits auf mehrere Gesteinsgeschichten aus dem Jura-Zeitalter aufliegt.

In der Mitte der Insel befindet sich in Nord-Südrichtung verlaufend eine deutlich sichtbare nach Osten verlaufende Abbruchkante. Auf diese Weise entsteht ein bizarres Bild von labyrinthartigen Felsstrukturen.

Felsformation Old Man of Storr in Schottland
Der Old Man of Storr ist eine markante Felsformation auf der Insel Skye in Schottland

Am höchsten Punkt der Abbruchkante befindet sich eine weitere 719 Meter hohe Felsformation mit dem Namen The Storr, unter der sich wiederum weitere Felsnadeln und Felsen befinden. Old Man of Storr ist die auffälligste Felsformation von diesem ganzen Felslabyrinth. Der alte Mann ist Witwer, denn neben ihm stand eine weitere Felsnadel, Old Women auf Storr, die scherzhaft als seine Frau bezeichnet wurde.

Diese Felsnadel ist jedoch bereits vor Jahren abgestürzt. Weitere Felsnadeln in unmittelbarer Nachbarschaft von Old Man of Storr werden als seine Familie bezeichnet. Der alte Mann ist also nicht alleine.

Wie kam Old Man of Storr zu seinem Namen?

Die Legende besagt, ein alter Mann und seine Frau suchten in der rund um diese Felsformationen befindlichen Gegend nach einer ihrer entlaufenden Kühe. Auf dem Weg hierhin begegneten sie einem Riesen, der ihnen natürlich einen gehörigen Schrecken einjagte. Sie flüchteten, schauten sich um und wurden genau in dem Moment versteinert.

Seitdem hält sich die Sage der zwei Felsnadeln Old Man und Old Woman of Storr. Laut einer weiteren Sage handelt es sich um den hier begrabenen Daumen eines Riesen, eine andere Geschichte weiß zu berichten, dass hier ein Mann von Feen in Stein verwandelt wurde.

In Schottland liebt man seine Mythen, Sagen und Folklore-Geschichten, daher wäre es einfach zu gewöhnlich, die Entstehung des Storr-Gebirges auf simple geografische Bedingungen wie Regen, Wind und Gletscher zurückzuführen.

Old Man of Storr – eine Felsnadel von beeindruckender Größe

Diese Felsnadel wird im Volksmund auch häufig als grimmiger Wächter der Berge bezeichnet. Obwohl nur 48 Meter hoch, ist Old Man of Storr eine Felsnadel von beeindruckender Größe, die sich inmitten einer nicht minder beeindruckenden Landschaft befindet.

Der alte Mann hat ein bisschen Ähnlichkeit mit einem Hinkelstein. Fest steht jedoch, dass diese Felsnadel auf natürliche Weise entstanden ist und kein Gallier sich je in diese Entstehungsgeschichte eingemischt hat. Architekten des gesamten Storr-Gebirges waren die während der letzten Eiszeit entstandenen Gletscher.

Felsformation Old Man of Storr in Schottland
Felsformation Old Man of Storr in Schottland

Dieses Kunstwerk aus Felsen besteht aus 24 Gesteinsschichten vulkanischen Ursprungs. Obwohl Old Man nur 48 Meter hoch, ist er dennoch ein Riese, dessen Ausmaße viele unterschätzen. Die Wanderung hoch zur dieser Felsformation kann durchaus etwas anstrengend sein und zwischen 45 und 90 Minuten dauern, abhängig von der Kondition.

Es lohnt sich jedoch, diese sportliche Herausforderung anzunehmen, denn einmal oben angekommen, werden die Bergsteiger mit einem Panoramablick auf die Landschaft rundherum belohnt. Wer es etwas bequemer mag und weniger sportlich ist, begnügt sich mit einem Blick auf Old Man of Storr aus der Ferne von der am Parkplatz befindlichen Straße. Hier erklären Schilder die Entstehungsgeschichte.

Old Man of Storr – der Blick von unten und oben

Beide Varianten bieten gute Fotomotive. Der Blick von oben nach unten hat jedoch etwas Besonderes. Zuerst laufen Besucher über einen Schotterweg, dann durch einige Gatter, denen ein so manches Mal durch Regen aufgeweichter Trampelpfad folgt.

Weiter geht es über Stock und Stein, auch mal über Wiesen und leichte Hügel. Meistens versteckt sich die Sonne. Ein wenig schönes Wetter, das dennoch seinen Vorteil hat. Es sind nicht so viele Midgets unterwegs, kleine, mückenartige Insekten, die jedoch umso beherzter zustechen.

Die für die schottische Landschaft typischen Schafe grasen auch bei diesem Wetter unerschütterlich die saftig grünen Wiesen ab, oben zeigt sich der Old Man unbeeindruckt von den Bemühungen seiner Besucher. Stoisch steht er dort schon seit Jahrtausenden und hat schon viele Menschen kommen und gehen sehen.

Die weiße Wolle der Schafe hat sich mittlerweile dem grauen schottischen Wetter angepasst. Die einzigen Farbpunkte in dieser bizarr anmutenden Landschaft sind die Menschen mit ihrer auffälligen Outdoor-Bekleidung.

Der baumlose Berghang bietet auf jeder Etappe hinauf zum Old Man of Storr einen unverstellten Blick auf die Landschaft und zeigt gleichzeitig die Größe dieser Landschaft, denn viele Menschen werden mit zunehmender Entfernung immer kleiner und sind nur kleine Tupfer am Horizont.

In diesem Moment vermittelt sich die Größe dieser nadelförmigen Felsformation und der sie umgebenden Berglandschaft, obwohl der höchste Punkt gerade einmal 719 Meter hoch ist. Der Wind, der die raue Felslandschaft umspielt, klingt wie ein Flüstern oder Zischen, je nach Wetterlage.

Die Entfernung lässt den „Alten Mann“ außergewöhnlich erscheinen, aus der Nähe betrachtet wirkt er weniger eigentümlich. So manch ein Besucher mag sich vorkommen wie „Der Man über dem Nebelmeer“. Dieses gleichnamige Bild hat der Maler Caspar David Friedrich 1818 auf der Leinwand verewigt.

Es zeigt einen auf einem Felsen stehenden Mann, der gedankenverloren und versonnen in die Ferne schaut. Denn häufig wird Old Man of Storr von Nebelwänden und grandiosen Wolkenformationen umgeben, eine weitere Bereicherung für diese für Schottland so typische Szene.

Niemand sollte vergessen, Old Man of Storr befindet sich in einem Gebirge

Der Weg nach oben ist zwar nicht so schwer, als dass er nicht zu bewältigen wäre, dennoch sollten Besucher nicht vergessen, dass sie sich in einem Gebirge befinden. Verirren wie bei einer monumentalen Bergwanderung kann sich hier nicht, auch andere Gefahren wie das Abstürzen gibt es hier nicht. Dennoch ist etwas Vorsicht angebracht.

Wetterfeste Kleidung ist angesichts des trüben und meistens regnerischen Klimas in Schottland ein Muss und natürlich feste Wanderschuhe, denn immerhin führt die Wanderung durch eine Landschaft voller Felsformationen.

Hier ist die Natur noch ursprünglich und intakt, Ruhe und Entspannung machen sich breit und irgendwie sind Smartphone, Facebook und Twitter plötzlich ganz uninteressant, obwohl man sicherlich in die Versuchung gerät, diese schönen Bilder so schnell wie möglich mit Freunden und Familie zu teilen.

Old Man of Storr zeigt eindrucksvoll, dass auch ein kleines Gebirge von bedeutender Größe sein kann. Selbst professionelle Bergsteiger zeigen Respekt vor dieser manchmal auch als Hinkelstein bezeichneten Felsformation. Das letzte Mal wurde Old Man of Storr 1955 von den britischen Bergsteigern James Barber und Don Whillans bestiegen. Sie bezeichneten diese Route aufgrund des rauen Basaltgesteins als sehr schwer.

Ein kleines Gebirge mit großer Wirkung

Besonders malerisch wirkt diese Szenerie, wenn man den Old Man und seine Familienmitglieder von Loch Leathan aus betrachtet. Es handelt sich um einen direkt vor dem Storr-Gebirge befindlichen kleinen See. Ganz weit in der Entfernung sieht man die Felsformationen des Storr-Gebirges, die jetzt gar nicht mehr so groß wirken.

Blick von Loch Leathan auf den Old Man of Storr
Blick von Loch Leathan auf den Old Man of Storr

Die sattgrüne Bergebene scheint sich bis in den tief hängenden, meistens grauen Himmel zu erheben. Dieses kleine Gebirge mit der großen Wirkung auf seine Besucher hat auch die Filmwelt seinen Bann gezogen, denn hier wurden bereits mehrere Hollywoodfilme gedreht.

Old Man of Storr ist nicht die einzige herausragende Sehenswürdigkeit Schottlands, jedoch sicherlich eine der beliebtesten. Schottland ist ein Land voller Mythen und sagenhafter Gestalten, zu denen das scheinbar immer graue Wetter passt. Wer für etwas für mystische Erlebnisse übrig hat, sollte von hier aus weitere Erkundungstouren unternehmen.

Besonders empfehlenswert sind die Schottischen Highlands. Wer einmal hier war, kommt sicherlich wieder, denn dieser Urlaub jenseits des Massentourismus ist ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst.

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