Tower Bridge

Die Tower Bridge – ein Wahrzeichen Londons

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Die Tower Bridge ist eine der bekanntesten Brücken der Welt und eine der beliebtesten Touristenattraktionen in London. Eine Besichtigung dieses Londoner Wahrzeichens lohnt sich auf jeden Fall, denn einmal oben angekommen, werden Besucher mit einem Panoramablick auf die Stadt belohnt.

Obwohl die Tower Bridge gerade einmal 244 Meter lang ist, wirkt sie sehr viel größer und imposanter. Das Bauwerk wurde 1894 eröffnet und verbindet seitdem den Stadtteil Southwark auf der Südseite der Themse mit auf dem auf der Nordseite befindlichen Stadtteil Tower Hamlets. Der Tower of London und die St. Katherine Docks befinden sich am Nordufer, am Südufer die City Hall.

Tower Bridge in London
Die Tower Bridge in London

Eigentümer der Brücke sind die Bridge House Estates, eine Wohlfahrtsorganisation der City of London Corporation. Die Tower Bridge verbindet nicht nur verschiedene Stadtteile, sondern ist auch noch ungemein praktisch gebaut, denn es ist eine Klapp- und Hängebrücke, die bei Bedarf ganz leicht einzufahren ist.

Die Tower Bridge im Steckbrief

  • Architektonische Höhe: 65m
  • Längste Stützweite: 61m
  • Gesamtlänge: 244m
  • Planer: Horace Jones
  • Baubeginn: 21. Juni 1886
  • Eröffnung: 30. Juni 1894
  • Querung von: Themse
  • Ort: London
  • Konstruktion: Kettenbrücke, Klappbrücke

Geschichte der Tower Bridge

Als Mitte des 19. Jahrhunderts langsam das Industriezeitalter einsetzte, wuchs die Bevölkerung nicht nur in London deutlich an. Aufgrund des allgemeinen Fortschritts verbesserte sich die Lebenssituation der Bevölkerung und die Sterblichkeitsraten, insbesondere die der Kinder, verringerte sich allmählich.

Schnell war die Marke von sechs Millionen Einwohnern erreicht, was zum damaligen Zeitpunkt außergewöhnlich war. Die veraltete Infrastruktur der Straßen konnte schon bald nicht mehr mithalten, eine bauliche Modernisierung war dringend notwendig. So erfreulich diese positive Bevölkerungsentwicklung auch war, waren die Stadtväter zunächst jedoch nicht in der Lage, dieser veränderten Situation Herr zu werden.

Von geordneten Lebensverhältnissen, wie wir sie heute kennen, war man im London der 1870er-Jahre weit entfernt. Vor allem das bunte Treiben auf den Straßen uferte immer mehr aus und schon bald wurde die Situation für Anwohner und Passanten recht gefährlich. Wie sich anhand dieser Situation ersehen lässt, ist der Verkehrsinfarkt kein Phänomen der Neuzeit.

Abwehr des Verkehrsinfarkts mit der Tower Bridge

Schon bald wurden viele Stunden Wartezeit zum Normalzustand und die Schiffe erreichten kaum noch die Hafenanlagen. Während die Innenstadt als Wirtschaftsstandort noch keine allzu große Bedeutung hatte, waren die Londoner Hafenanlagen schon weit vor Beginn des Industriezeitalters ein wichtiger Anlaufort und Umschlagplatz für Schiffe aus aller Welt.

Der freie Zugang zu den Hafenanlagen musste also jederzeit gesichert sein. Keine leichte Aufgabe angesichts der explosionsartigen Bevölkerungsentwicklung und dem bunten Treiben auf den Straßen.

Die Stadtväter gründeten 1876 ein Komitee zwecks baulicher Modernisierungsmaßnahmen. Die Kreativität und der Ideenreichtum förderte schließlich fünfzig unterschiedliche Bauprojekte zutage, jedes Projekt für sich genommen war eine Überlegung wert.

Daher fiel die Entscheidung nicht leicht. Man wollte keine unüberlegten Schnellschüsse abgeben, was an sich auch recht lobenswert ist. Allerdings dauerte der Entscheidungsprozess angesichts der chaotischen Verhältnisse in London viel zu lange, denn es bestand dringend Handlungsbedarf.

1884 fiel schließlich die Entscheidung für den Bau der Tower Bridge, deren Bau 1886 begann. Fünf Bauunternehmen und 432 Bauarbeiter setzten diesen imposanten Brückenbau schließlich mit der Verarbeitung von 11.000 Tonnen Stahl in die Realität um.

Die Türme der Tower Bridge
Die Türme der Tower Bridge sind mit Kalksandstein verkleidet

Die Tower Bridge sollte jedoch nicht nur irgendeine Brücke sein, sondern sich von anderen ähnlichen Bauwerken deutlich unterscheiden. Also entschloss man sich, die beiden seitlichen Türme mit Kalksandstein zu verkleiden. Diese beiden eleganten Türme stehen auf zwei großen 70.000 Tonnen schweren Pfeilern, die im Flussbett der Themse versenkt werden mussten, bevor mit dem Bau der Brücke begonnen werden konnte.

Die kombinierte Hänge- und Klappbrücke ist 244 Meter lang, die beiden Brückentürme 65 Meter hoch. Zwischen diesen beiden Türmen befindet sich die 61 Meter lange und neun Meter über der Themse verlaufende Fahrbahn, die für den Schiffsverkehr hochgeklappt wird. Der Schiffsverkehr hat Vorrang vor dem Straßenverkehr. Das hydraulische, auf Wasserdruck basierende und durch Kolbendampfmaschinen angetriebene System war der Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts weit voraus.

So war es bereits vor mehr als 100 Jahren möglich, die Fahrbahn in nur zwei Minuten für den passierenden Schiffsverkehr anzuheben. In einer Höhe von 43 Metern verlaufen zwei 50 Meter lange Fußgängerstege.

Da die oberen Stege der Fußgängerverbindung unbeweglich sind, können Passanten die Brücke auch bei hochgeklappter Fahrbahn nutzen. Die beiden Türme werden durch die Fußgängerstege zusammengespannt und leiten so die horizontal verlaufenden Zugkräfte der Seilpaare an der Hängebrücke weiter. Auf diese Weise öffnet und schließt sich die Tower Bridge mit Unterstützung beweglicher Tagwerkteile (Baskülen) bis zu einem 86-Gradwinkel problemlos.

Die beiden Türme wurden 1977 angesichts des silbernen Thronjubiläums von Queen Elisabeth I. in den Nationalfarben weiß, blau und rot gestrichen.

Aber zurück ins Jahr 1894. Nun war der Zeitpunkt, den die Stadtväter und die Bevölkerung lange Zeit herbeigesehnt hatten, endlich gekommen. Edward, Fürst von Wales, späterer King Edward VII, eröffnete zusammen mit seiner Gattin Alexandra von Dänemark in einer feierlichen Zeremonie das neue, für damalige Verhältnisse außergewöhnliche Brückenbauwerk.

Schon damals hatte man an die Fußgänger gedacht und einen fünfzig Meter langen Fußgängerweg angelegt. Dieser wurde jedoch 1910 geschlossen, da hier so einiges passierte, was nicht unbedingt gerne gesehen wurde, so etwa Prostitution. Auch Taschendiebe entdeckten schnell das Potenzial der Fußgängerbrücke und besserten hier ihr Einkommen auf.

Besucher verlegten sich ans Ufer der Themse, um die vorbeifahrenden Schiffe und das Aufklappen der Brücke zu beobachten. 1982 schienen sich die Verhältnisse wieder gebessert zu haben und die Stadtväter beschlossen, der Fußgängerbrücke eine zweite Chance zu geben und diese wieder freizugeben. Seitdem können Einwohner und Besucher wieder einen einmaligen Rundumblick auf London genießen.

Die Tower Bridge heute

Seit diesem Zeitpunkt hat die Tower Bridge kaum etwas von ihrer faszinierenden Ausstrahlung eingebüßt. Kaum ein Besucher lässt es sich entgehen, über die Brücke zu gehen oder eine der Führungen zu buchen, um noch mehr über dieses Bauwerk zu erfahren.

Diese Zeit im Tower Bridge Museum sollte sich jeder Besucher nehmen, denn hier können die Maschinenräume besichtigt und eine Zeitreise zurück ins 19. Jahrhundert unternommen werden.

Tower Bridge aufgeklappt
Die Tower Bridge kann innerhalb von 2 Minuten hochgefahren werden

Die Tower Bridge wird über ein Hydrauliksystem auf Wasserbasis geöffnet. Davor pumpten zwei große Dampfmaschinen unter Druck Wasser in Druckspeicher. Dieses Wasser trieb die Kolben an und öffnete so die Brücke in zwei Minuten.

Die Gäste erfahren nicht nur Wissenswertes über die Geschichte der Brücke, sondern auch über deren Wandlung im Lauf der letzten 130 Jahre. Wer keine Höhenangst hat, begibt sich auf den elf Meter langen und 1,80 Meter breiten Glasboden der Brücke und schaut in die Tiefe, wo Boote, Autos und Fahrräder auf und entlang der Themse fahren.

Warum wird die Tower Bridge überhaupt aufgeklappt?

So manch einer fragt sich vielleicht, warum und wann die Brücke überhaupt aufklappt. Der untere Teil der Brücke, über den die Autos fahren, ist zu tief für die meisten Schiffe, die die Themse passieren. Im Gegensatz zu früheren Zeiten verkehren hier heutzutage allerdings fast nur noch Ausflugsschiffe, während in der Vergangenheit auch zahlreiche Containerschiffe diesen Punkt passierten.

Daher verringerte sich das Aufklappen deutlich. Heutzutage klappt die Tower Bridge nur noch 850 Mal auf, früher dagegen 6.000 Mal. Wer das Glück hat, gerade zu diesem Zeitpunkt anwesend zu sein, sollte sich dieses Ereignis nicht entgehen lassen, denn es hat schon etwas Besonderes, wenn sich die imposante Brücke erhebt, um die Schiffe passieren zu lassen.

Diese wird jedoch immer nur so weit geöffnet, wie für das Durchfahren der jeweiligen Schiffe notwendig ist. Die volle Öffnung mit einem 86-Grad-Winkel erfolgt nur für Kreuzfahrtschiffe. Die vielen Ausflugsschiffe sind klein genug, um bei geschlossener Brücke unter der Fahrbahn durchzufahren.

Nur ein Ausnahmefällen wird die Brücke auch für kleine Schiffe geöffnet, meistens aus zeremoniellen Anlässen wie zum Beispiel für den Trauerzug des legendären ehemaligen Premierministers Winston Churchill 1965 oder anlässlich der Parade zum 60. Thronjubiläum der Queen am 3. Juni 2012.

Die Tower Bridge ist Teil der inneren Ringstraße Londons, jedoch nicht mautpflichtig. Die Integrität dieses ehrwürdigen Bauwerkes soll bewahrt werden, daher dürfen die 40.000 täglich passierenden Autos nicht mehr als 32 km/h fahren. Die Einhaltung dieser Vorschrift wird über eine Kamera überwacht.

Die Tower Bridge bei Nacht
Die Tower Bridge bei Nacht

Wer bei Einbruch der Dunkelheit in London unterwegs ist, sollte der Tower Bridge auf jeden Fall einen Besuch abstatten, denn mit Beleuchtung umweht dieses Bauwerk eine majestätische Aura. Vielleicht wird die Tower Bridge gerade in diesem Moment gehoben und gibt den Blick auf die 43 Meter in der Tiefe liegenden Themse frei.

Es gibt wohl kaum einen in London spielenden Film oder Serie, wo die Tower Bridge als eines der wichtigsten Wahrzeichen Londons nicht ihren wohlverdienten Platz findet. Daher gibt es wohl nur wenige Menschen auf der Welt, die dieses schmucke Bauwerk nicht kennen.

Besichtigung der Tower Bridge Exhibition

Die Tower Bridge Exhibition bietet einen exklusiven Zugang zu den beiden Türmen der Tower Bridge. 43 Meter hohe Fußgängerwege bieten einen unverstellten Rundumblick auf London.

  • Sicht auf die Themse und das Umland durch den Glasboden
  • Besichtigung der Maschinen aus viktorianischer Zeit
  • Informationen über die Geschichte der Brücke und das Maschinensystem
  • Eintritt für Erwachsene 14 Euro, Kinder 6 Euro
  • freier Eintritt mit dem London Pass

Der Zugang zur Tower Bridge befindet sich im Nordwest-Turm, die Maschinenräume auf der Südseite an der Shad Thames Street. Blaue Linien weisen den Weg und verbinden die beiden Teile der Tower Bridge Exhibition.

Dieses Wahrzeichen ist von der U-Bahn-Station Tower Hill innerhalb weniger Gehminuten erreichbar. Diese Station wird von der District Line und der Circle Line angefahren. Am südlichen Ufer befindet sich die U-Bahn-Station London Bridge, die die Northern und Jubilee Linien überquert.

Von April bis September erfolgt der Einlass von 10:00 bis 17:30 Uhr, von Oktober bis März von 10:00 bis 17:00 Uhr.

Sehenswertes rund um die Tower Bridge

Tower of London

Tower of London
Der Tower of London in der Nähe der Tower Bridge

Der Tower of London gehört zur Tower Bridge dazu. Das Herzstück dieser altehrwürdigen Festung sind zweifelsohne die Kronjuwelen, eine der wertvollsten Juwelensammlungen der Welt.

Diese Ausstellung beinhaltet auch die Krone, die jeder König bei der Krönung auf den Kopf gesetzt bekommt. Zuletzt wurde Queen Elisabeth I 1953 diese Ehre zuteil.

Entgegen der Bezeichnung ist der Tower of London jedoch nicht lediglich ein Turm, sondern eine 900 Jahre alte Festung, in der ein großer Teil der englischen Geschichte geschrieben wurde.

Allerdings waren nicht alle Ereignisse so positiv wie die Aufbewahrung der Kronjuwelen, denn der Tower of London diente auch als Gefängnis und Hinrichtungsstätte.

Wer mehr über die englische Geschichte erfahren möchte, sollte daher unbedingt an einer kombinierten Besichtigung der Tower Bridge und der London Tower Festung teilnehmen.

Geführte Touren durch London inklusive Tower Bridge und Tower of London

Ein Fremdenführer gibt während der Tour exklusive Einblicke in die Geschichte dieser beiden Sehenswürdigkeiten. Ein Ticket kostet 130 Euro, die Tour dauert drei Stunden und dreißig Minuten.

Tour in die dunkle Vergangenheit Londons

Wer nach einer erfreulichen Besichtigung der London Bridge Lust auf Gänsehaut, Geister und Nervenkitzel hat, bucht die London Sightseeing-Tour, die auf den Spuren Jack the Rippers am Londoner East wandelt und die Besucher an einige dunkle Orte führt, an denen man froh ist, zu den dunklen Zeiten, die ausführlich von Touristenführern erklärt werden, noch nicht gelebt zu haben.

Die Tour führt zur St. Pauls Cathedral, dem Tower of London, dem Old Bailey, wo noch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein öffentliche Hinrichtungen stattgefunden haben und zum dunklen Theatre Royal Dury Lane. Diese unterhaltsame Gruseltour dauert 7,5 Stunden und zeigt den Besuchern einige Sehenswürdigkeiten rund um die Tower Bridge. Ein Ticket kostet 113 Euro.

London Bridge

Diese gleichfalls bekannte, aber weniger frequentierte Brücke wird häufig mit der Tower Bridge verwechselt, da diese manchmal auch als London Bridge bezeichnet wird. Die London Bridge ist gleichfalls mit der Tour London Bridge Experience zu besichtigen.

The Shard

The Shard in London
Blick auf „The Shard“ in London

The Shard, zu Deutsch Splitter, ist ein Gebäude, das eine außergewöhnliche Architektur in Form eines Splitters aufweist. Aus 306 Metern Höhe lernen Besucher London aus einer ganz anderen Perspektive kennen und ganz nebenbei in mehreren Restaurants auch noch gut essen.

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